Alternative: Naturheilmittel & Bachblütentherapie

Alternativmedizin

Die einen schwören darauf, andere sind skeptisch. Fakt ist, dass Naturheilmittel seit jeher genutzt werden, um Krankheiten zu behandeln. Schon in der Antike hat man auf die heilende Kraft der Natur vertraut. Mehr noch: "Medicus curat, natura sanat", so die Auffassung. Der Arzt behandelt, die Natur heilt. Auch als sich die naturwissenschaftlich begründete Schulmedizin immer weiter entwickelt hat, ist die Naturheilkunde erhalten geblieben.

Die Kraft der Überzeugung

Auch wenn es bislang nicht eindeutig nachweisbar ist, sind viele Menschen von der Wirksamkeit von Naturheilmitteln überzeugt. Eine Umfrage im Jahr 2013* hat gezeigt, dass immerhin 20% der Befragten grossen Wert auf Naturheilmittel legen. Der meistgenannte Beweggrund ist dabei deren gute Verträglichkeit. Bei einer Umfrage gaben 65% der befragten Patienten an, die Tatsache zu schätzen, dass in der Regel keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. Denn Naturheilmittel helfen auf sanfte und schonende Weise, ohne den Körper zu belasten.

Die Bachblüten-Therapie

Ebenfalls sehr beliebt und Naturprodukte sind die sogenannten Bachblüten. Diese Therapieform wurde nach dem englischen Arzt Dr. Edward Bach (1886–1931) benannt, der sie in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelte. Bach ging davon aus, dass körperliche Beschwerden eng mit der emotionalen Ebene des Menschen verknüpft sind. Er richtete sein Augenmerk deshalb gezielt darauf, den Seelenzustand seiner Patienten mit Hilfe der Pflanzen zu harmonisieren und auszugleichen. Denn Bach vertrat die These, dass die gebundene Energie von Blüten eine regulierende Wirkung auf die Psyche des Menschen haben kann.

Bei seiner Arbeit definierte er deshalb sieben Gruppen von Emotionen, denen er damit korrespondierende Pflanzen-Essenzen zuordnete. Insgesamt gibt es 38 Essenzen, die bei verschiedenen unangenehmen Gefühlszuständen, wie zum Beispiel Unsicherheit, Stress oder Angst helfen sollen. Für die Herstellung der Essenzen werden die jeweiligen Blüten zur höchsten Blütezeit an ganz bestimmten Plätzen gepflückt und unter Einfluss von Sonnenlicht für drei Stunden in reines Quellwasser gelegt. Auf diese Weise soll die heilende Energie der Pflanzen an das Wasser abgegeben werden. Zugesetzter Alkohol konserviert die Flüssigkeit, die anschliessend im Verhältnis 1:240 verdünnt und in spezielle Flaschen („Stock-bottles“) gefüllt wird.

Anfang der 80er Jahre wurde die Bachblüten-Therapie durch Mechthild Scheffer auch im deutschsprachigen Raum bekannt: „Und noch heute bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert, wie einzigartig und individuell das von Edward Bach entwickelte System Menschen bei ihrer geistig-seelischen Orientierung unterstützt“, so die Autorin.

Wenn es brenzlig wird...

Eine besondere Stellung nehmen die „Rescue-Produkte“ ein, die man heute in nahezu jeder Apotheke findet. Sie werden aus 5 speziellen Bachblüten gewonnen und sollen in Stress- und Krisensituationen sehr gut helfen. Es gibt sie in Form von „Notfall-Tropfen“, sowie als Rescue-Creme und -Bonbons. Die Produkte finden mittlerweile in über 45 Ländern Verwendung, beispielsweise bei Prüfungsangst, Zahnarztterminen, Angst vorm Fliegen oder anderen emotional aufwühlenden Situation. Sogar bei Haustieren werden die Bachblüten heute eingesetzt.

Fazit: Naturheilmittel können die Schulmedizin im Falle schwerer Krankheiten oder Verletzungen nicht ersetzen, aber durchaus sinnvoll ergänzen. Die Wirksamkeit ist bislang für viele der angewandten Mittel nicht erwiesen ‑ dass sie helfen können, ist für viele Menschen jedoch unumstritten.

*Quelle: Statista – das Statistik-Portal

(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/170891/umfrage/bevorzugung-schonender-medikamente-naturheilmittel/)